Literaturhinweis

Der Mensch als Marke

Schmuckbild

Holger Gauß, Der Mensch als Marke - Lizenzierung von Name, Bild, Stimme und Image im deutschen und US-amerikanischen Recht, UFITA-Schriftenreihe Band 230, Nomos Verlag, Baden-Baden 2005, 64,00 €.

Die Dissertation (Marburg 2004) befasst sich unter der Überschrift Kommerzialisierung von Persönlichkeitsrechten mit rechtlich und ökonomisch in der medialen Wirklichkeit interessanten und wichtigen Fragen. Vorangestellt ist ein gut gewähltes Zitat von Marilyn Monroe, um das Problem zu skizzieren: Ich habe insgeheim das Gefühl gehabt, nicht vollkommen "echt" zu sein, so etwas wie eine gutgemachte Fälschung. Ich glaube, jeder Mensch fühlt das von Zeit zu Zeit. Aber in meinem Fall geht das weit, manchmal so weit, dass ich denke, ich sei im Grunde nur ein Kunstprodukt. Die Darstellung der Entwicklung der Kommerzialisierung des Persönlichkeitsrechts ist auf der Höhe der Zeit, die so genannte "Caroline-Entscheidung" des EGMR erwähnt. Das allgemeine und die besonderen Persönlichkeitsrechte stellten Ausschließlichkeitsrechte dar, soweit ihnen ein Marktwert zukomme. Bei Eingriffen durch eine unbefugte "Verwertung von Persönlichkeitsrechten durch Dritte" müsse man konsequenterweise weitergehenderen Schutz gewähren, als das die Rechtsprechung bisher tue. Sehr ausführlich behandelt die Ausarbeitung die einzelnen Rechtspositionen, wie das Recht am eigenen Bild, das Namensrecht oder Rechte an der menschliche Stimme, um sich dann Fragen wie dem Persönlichkeitsschutz Verstorbener, dem Schutz Minderjähriger und der Übertragbarkeit von Persönlichkeitsrechten zuzuwenden. Ergänzt dargestellt werden die Rechtspositionen der Vermarktung außerhalb des Persönlichkeitsrechts, also der Schutz durch das Urheberrecht, durch das Markenrecht, durch das Geschmacksmusterrecht oder durch das Wettbewerbsrecht. Hohen Praxisbezug hat die Dissertation, wenn sie Vertragsbeispiele erläutert, etwa aus Tonträgerproduktionsverträgen, Künstlervereinbarungen bis hin zu Tarifverträgen. Nach einem rechtsvergleichenden Blick in die USA gibt es eine "Checkliste für Verträge mit Prominenten". Ob dem Autor gefolgt werden kann, wenn er für Lizenzverträge außerhalb des urheberrechtlichen Bereichs einen Anspruch auf angemessene Vergütung nach § 32 UrhG in analoger Anwendung zugestehen will, erscheint allerdings zweifelhaft - von einer Regelungslücke außerhalb des Urheberrechts zu sprechen, ist angesichts des besonderen Charakters dieser Norm des Urhebervertragsrechts gewagt. Den guten Eindruck der systematisch klaren, wissenschaftlichen und gleichwohl an der Praxis orientierten Arbeit, kann das aber unter dem Strich nichts ändern.

Release Vor Website Vers. 3